Tiere schützen.
Vielfalt bewahren.
Begleiten Sie uns zu wilden Abenteuern im Alpenzoo. Machen Sie sich bereit für überraschende Begegnungen, Blicke hinter die Kulissen und einzigartige Tiererlebnisse, die Sie bei einem normalen Besuch nicht finden werden. Von tiergestützten Aktivitäten bis hin zu geführten Touren ist für jeden etwas dabei.
Themen
Forschung & Lehre
Im Jahre 1986 wurde im Alpenzoo Innsbruck-Tirol eine eigene wissenschaftliche Abteilung gegründet und damit ein wesentlicher Schritt gesetzt, dem Forschungsanspruch eines modernen Zoos gerecht zu werden. Im Bereich Forschung leistet der Alpenzoo bedeutsame Arbeit für den Natur- und Artenschutz und fördert biologisches Grundwissen: mittlerweile gibt es weltweite Kooperationen mit anderen Instituten. Zu den besonders erwähnenswerten Forschungsergebnissen der letzten Jahre zählen u.a. der Kainismus bei Bartgeiern, die Karnivorität der Murmeltiere oder die Grundlagenforschung bei Waldrappen oder Bayrischen Kurzohrmäusen. Zusätzlich werden auch Bachelor, Master, Diplom oder Doktorarbeiten betreut und damit Aufgaben zum Natur-, Arten- und Tierschutz wahrgenommen. Alle Ergebnisse werden in (peer-reviewed) Journalen veröffentlicht.
Der Schweizer Zoodirektor Heini Hediger postulierte 1956 die Grundaufgaben moderner zoologischer Gärten. Diese bestehen aus vier Säulen: 1. Bildung, 2. Artenschutz, 3. Forschung und 4. Erholung. Unter Federführung des Verbandes der Zoologischen Gärten (VDZ) wurde das von Hediger vorgezeichnete Konzept zu einer im Jahre 2005 vom Weltzooverband verabschiedeten „Welt-Zoo- und Aquarium-Naturschutzstrategie“ ausformuliert.
Erholung
Nachhaltigkeit
Natur- und Artenschutz zählt zu den zentralen Aufgaben des Alpenzoo, besonders in einer Welt, in der so viele Arten selten geworden sind und intakte Lebensräume verschwinden. Dieser Aufgabe versucht der Alpenzoo durch Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung an Forschungs- und Tierschutzprojekten gerecht zu werden. Als Mitglied steht der Alpenzoo in enger Kooperation mit vielen Natur- und Artenschutzorganisationen. Neben dem Artenschutz bemüht sich der Alpenzoo auch um Nachhaltigkeit. Aus diesem Grund hat es sich der Alpenzoo zur Aufgabe gemacht, eine Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln.
Wildtier Auffangstation
Der Alpenzoo übernimmt jedes Jahr rund 500–600 verletzte oder hilfsbedürftige Wildtiere. Diese werden in einer eigenen Auffangstation veterinärmedizinisch versorgt und von Tierpflegern aufgepäppelt.
Artenschutzprojekt
Bayrische Kurzohrmaus
Der Alpenzoo Innsbruck-Tirol und die Staatliche Vogelschutzwarte Garmisch-Partenkirchen im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) führen gemeinsam ein Artenschutzprojekt zur Rettung der Bayerischen Kurzohrmaus (Microtus bavaricus) durch. Diese grenzübergreifende Initiative widmet sich dem Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Wühlmausart.
Die Bayerische Kurzohrmaus wurde erstmals 1962 bei Garmisch-Partenkirchen entdeckt und galt nach jahrzehntelangem Nichtauftreten als verschollen – bis 2023 nach langjähriger Suche durch das LfU Bayern wieder Individuen in Mittenwald nachgewiesen wurden. Bis dahin lag das einzig weitere bekannte Vorkommen in Nordtirol, nahe des Alpenzoo Innsbruck-Tirol. Aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebiets und der sehr kleinen Population ist sie in der Roten Liste Deutschlands als „Ausgestorben oder verschollen“ und in der Roten Liste Österreichs als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.
Die Arbeit des Alpenzoos zum Schutz der Bayerischen Kurzohrmaus umfasst:
- Regelmäßiges „in-situ“-Monitoring der verbliebenen Populationen in Bayern und Tirol sowie Suche nach weiteren, bisher nicht bekannten Vorkommen in der Region;
- Schutzmaßnahmen und Habitatmanagement, um geeignete Lebensräume zu bewahren und zu optimieren;
- Nachzucht der Bayerischen Kurzohrmaus in Zusammenarbeit mit anderen Zoos zur „ex-situ“-Arterhaltung und Auswilderung bzw. Wiederansiedelung in geeigneten Lebensräumen; sowie
- Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung, um auf die Bedeutung dieser einzigartigen Art in der Alpenregion aufmerksam zu machen.
Das Kurzohrmaus-Projekt wird in Teilen Bayerns und Österreich mit Unterstützung einiger Partnerinstitutionen durchgeführt. Maßnahmen innerhalb des Gebiets der EUREGIO Zugspitze-Wetterstein-Karwendel werden als Teil des Projektes „BA0200319 – Rettung der Bayerischen Kurzohrmaus 2025-2026“ zu 75 % aus EU-Fördermitteln für regionale Entwicklung (EFRE) des INTERREG VI-A Programms Bayern-Österreich 2021-2027 sowie durch weitere Mittel des Alpenzoos gefördert. Arbeiten über die EZWK-Region hinaus werden durch Mittel des Alpenzoos ermöglicht.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einrichtung eines IUCN-Artenschutzzentrums am Alpenzoo Innsbruck-Tirol. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, zu deutsch: Internationale Union zur Bewahrung der Natur), eine der größten Nicht-Regierungsorganisationen im Bereich Naturschutz, ist eine wichtige Partnerorganisation. Weitere Partner sind bisher zum Beispiel verschiedene Expertengruppen der IUCN (z.B. für Kleinsäuger, für Katzen, u.a.), das Land Tirol, die Aufwind GmbH für Natur- und Umweltschutz, das Bayerische Landesamt für Umwelt, und verschiedene Forschungseinrichtungen. Das IUCN-Artenschutzzentrum am Alpenzoo soll den langfristigen Erhalt gefährdeter Kleinsäuger und anderer alpiner Tierarten fördern und starke regionale sowie internationale Zusammenarbeit mit vielfältigen Partnerinstitutionen ermöglichen.
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